Verein - Geschichte

Die Gemeinde Hochemmerich errichtete 1913 am Werthauser Rheinufer, etwa 200 Meter nördlich der Werthauser Fähre, eine Flussbadeanstalt. Die auf Pontons schwimmende Anlage hatte ein Schwimmbecken von 20 x 8 Meter Größe. Am 27. Juni des gleichen Jahres trafen sich in der Gaststätte „Portmann am Damm“, an der Ecke Rheinstraße und Deichstraße, die Turnkameraden Schmidt, Scholzen, Fortmann, Grund, Monreal, Heidböhmer, Brendel, Knauf, Gröninger, Wirtz und Keller und gründeten den “Schwimmverein Hochemmerich 1913“, wobei Schmidt als Vorsitzender und Schwimmwart gewählt wurde. Es ist zu vermuten, dass die Vereinsgründung mit der Einrichtung der Flussbadeanstalt in Zusammenhang stand, weil sofort in dieser Badeanstalt sowohl mit Schwimmunterricht als auch mit Leistungstraining begonnen wurde. Noch im gleichen Jahr nahmen die Schwimmer des neu gegründeten Vereins an einem Schwimmwettkampf mit dem Duisburger Schwimmverein 1898 an der Wedau teil. Wiederum im gleichen Jahr schlossen sich die drei Hochemmericher Vereine,
“Turnverein 04“, Spielverein 09“ und “Schwimmverein Hochemmerich 1913“ zum “Kruppschen Turn-, Spiel- und Schwimmverein 1913“ zusammen.
Schon damals hatte der Name “Krupp“ sein besonderes Gewicht, und es ist anzunehmen, dass die meisten Mitglieder des fusionierten Vereins bei Krupp beschäftigt waren. So war es wie selbstverständlich, dass “Krupp“ in den Vereinsnamen eingefügt wurde. Die Verantwortlichen erhofften sich dadurch eine Kruppsche Unterstützung und eine wirksame Basis in der breiten Öffentlichkeit. Heinrich Theile war zu jener Zeit Vorsitzender, Richard Tinschmann sein Stellvertreter.
Im Sommer 1914 stellte sich der erste Erfolg ein, als der Verein mit der Unterstützung der Firma Krupp an der Friedhofallee am Friemersheimer Baggerloch (Heute Kruppsee) eine Bade- und Schwimmanlage mit Nichtschwimmerbassin errichten konnte. Die Anlage wurde mit einem eingegrenzten Schwimmteil von 50 Meter Länge und einer Sprunganlage mit Höhen von einem, drei und sechs Meter sowie Umkleideräumen gebaut. Ihre Eröffnung feierte der Verein mit vielen Gästen mit einem Schwimmfest im Juli 1914; es beteiligten sich namhafte westdeutsche Vereine. Die so spontane, erfreuliche Entwicklung wurde durch den Ausbruch des 1. Weltkrieges unterbrochen. Vorstandsmitglieder und aktive Schwimmer wurden zum Militärdienst gezogen, wodurch die sportlichen Aktivitäten fast gänzlich zum Erliegen kamen. Die wirtschaftliche Situation hinterließ auch im Verein ihre Spuren, jedoch wurde der Betrieb der Badeanstalt weitergeführt. Im April 1915 verlegte die Gemeinde Friemersheim ihre Flussbadeanstalt zum Friemersheimer Baggerloch neben die Vereinsbadeanlage. In einem Antwortschreiben an die Vestische Eisenbahn in Herten begründete Bürgermeister Heynen die Verlegung der Gemeindebadeanstalt damit, dass diese Badeanstalt vom Publikum deshalb wenig genutzt wurde, weil der Weg bis zum alten Liegeplatz im Rhein, gemessen von der Mitte der Gemeinde, eine halbe Stunde Fußmarsch erforderte. An ihrem neuen Liegeplatz werde sie besser besucht, “auch wenn ihr starker Abbruch geschehe durch eine Vereinsbadeanstalt, die daneben liege“. Die Verwaltung der Vestischen Eisenbahn hatte Bürgermeister Heynen um Auskunft über seine Erfahrungen mit der Friemersheimer Badeanstalt gebeten. 1917 wurde die Gemeindebadeanstalt geschlossen, 1917 musste der Verein seine Badeanlage an das Baggerloch nördlich der Bahnstrecke Moers-Krefeld verlegen, dorthin, wo heute die Straße „In den Bänden“ verläuft.

Schwimmer wurden selbstständig

Am 15. November 1919, sechs Jahre nach der Urgründung, vollzogen die Schwimmer des Vereins einen weiteren wichtigen Schritt: weil sie ihre speziellen sportlichen Interessen im “Kruppschen Turn-, Spiel- und Schwimmverein Rheinhausen 1913“ nicht mehr ausreichend vertreten sahen, trennten sich die Schwimmer von diesem Verein in einer Generalversammlung und gründeten am 27. März 1920 den “Schwimmverein Rheinhausen 1913“. An dessen Spitze wurde Johann Brendel als Vorsitzender gewählt. Der bisherige Vorsitzende Heinrich Theile wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt.
Am 04. August 1920 trat Johann Brendel als Vorsitzender zurück, seine Stelle nahm Ferdinand Bongardt ein. Unter seinem Vorsitz begannen lange Verhandlungen mit der Gemeinde Friemersheim zwecks eines Vertrages zur Übernahme der Gemeindebadeanlage durch den Schwimmverein. Dieser Vertrag trat am 05. April 1921 in Kraft. Die wirtschaftliche und soziale Not, die Inflation und die starke Reglementierung des öffentlichen Lebens durch die belgischen Besatzungstruppen nach dem verlorenen Weltkrieg (1914-1918) bereiteten der Vereinsführung erhebliche Schwierigkeiten, die sportlichen wie organisatorischen Aufgaben zu lösen. So nahmen beispielsweise die belgischen Besatzungstruppen die Badeanlage mehrere Tage pro Woche kostenlos für sich in Anspruch, und nächtliche Diebstähle verursachten ein solches Ausmaß an Zerstörung, dass in den beiden Jahren 1922 und 1923 sogar ein Selbstschutzkommando ins Leben gerufen werden musste, um das Vereinseigentum zu schützen.
In der Jahreshauptversammlung am 17. Dezember 1922 wurde Heinrich Heckes zum
1. Vorsitzenden gewählt. Mit dem neuen Jahr begann auch sportlich eine positive Entwicklung. Der Verein verfügte über eine gute Wasserballmannschaft und zahlreiche Schwimmer und Schwimmerinnen, die einige Erfolge verbuchen konnten. 1922 erreichte die 1. Wasserballmannschaft den Titel des Gauwasserballmeisters in der Offenen Klasse.
Unerwartet verstarb Vorsitzender Heinrich Heckes im Herbst 1923 im Alter von nur 25 Jahren. Heinrich Heidböhmer wurde am 06. Januar 1924 als Nachfolger gewählt, der den Verein bis 1930 leitete. Jakob Otermann, der bis zu seinem Tode in Jahr 1966 sein Amt ausübte und dem Verein von großem Nutzen war, wurde zum Geschäftsführer gewählt. Als 1. Schwimmwart wählte die Versammlung Paul Pfeiffer, welcher sich intensiv und mit Erfolg um die sportlichen Interessen des Vereins kümmerte. Schon 1925 wurden die Wasserballer Gaumeister der Vereine ohne Winterbad (Hallenbad). Schwimmwart Paul Pfeiffer hatte anlässlich der Jahreshauptversammlung 1925 erstmals für den Bau eines Hallenbades plädiert. In seinem Tätigkeitsbericht für das vergangene Jahr kann folgendes nachgelesen werden: „Auf das tiefste bedauern wir – durch das Fehlen eines Hallenbades – unseren gesunden Sport während der langen Wintermonate nicht ausüben zu können. Häufig genug war dieser Mangel auch bei schlechter Witterung unsere Hemmung. Wie lange wird es wohl noch dauern, bis die Gemeindeverwaltung in der Lage sein wird, unseren dringenden Wünschen sowie denen der gesamten Bevölkerung zu entsprechen?“
Im gleichen Jahr musste der Verein seine Schwimmbadeanstalt erneut verlegen, weil das Baggerloch nördlich der Bahnstrecke Moers-Krefeld zugeschüttet wurde. Die Anlage konnte in das alte Friemersheimer Baggerloch zurückversetzt werden und zwar an die Stelle, an der sie heute noch befindet. Anfangs war diese Anlage primitiv: der schwimmende Teil ruhte auf Holzfässern, die jedes Jahr erneuert werden mussten, um ein Absinken zu verhindern. Die Umkleideräume bestanden aus einfachen Bretterbuden.
Neben den ständigen Verbesserungen der Anlage in ungezählten Arbeitsstunden vergaßen die Verantwortlichen auch den Sport nicht. Schwimmwart Paul Pfeiffer baute eine erfolgreiche Schwimm- und Wasserballmannschaft auf.

Hallenbad gefordert

Jugendwart Jakob Heckes stellte in seinem Jahresbericht 1927 erneut das Fehlen eines Hallenbades für das Training der jugendlichen Mitglieder fest. Nach seiner Feststellung konnten Hallenbäder außerhalb von Rheinhausen nur zu ungeeigneten Zeiten von Mitgliedern des Schwimmvereins genutzt werden. Eine Monatsversammlung vom 16. September 1927 beschloss “ein alljährliches Erinnerungsschreiben an die Gemeindeverwaltung zu richten“.

Der SVR im “Dritten Reich“

…Bei der Vorstandssitzung am 09. Mai 1930 übernahm Jakob Heckes die Leitung des Vereins, nachdem er mitteilen musste, dass Heinrich Heidböhmer seine Funktion niedergelegt hatte. In diesem Jahr wiederholten die Wasserballer wieder en Titelgewinn des Gaumeisters für Vereine ohne Winterbad und die 3 x 100 Meter-Staffel wurde Gau- und Westdeutscher Meister.
In der Jahreshauptversammlung vom 15. Januar 1933 beantragte der stellvertretende Vorsitzende Dr. Maas die Umbenennung der Vereinsbadeanlage in “Schwimmbad Kruppsee des Schwimmvereins Rheinhausen 1913 e.V.“. Diesem Antrag wurde auch statt gegeben.
Mit der Übernahme durch das “3. Reich“ kam für Vereine und Verbände der so genannte “Anschluss“. Bis zu diesem Zeitpunkt im Jahr 1933 hatten sich die meisten Sportvereine, ganz bestimmt aber auch Schwimmvereine, um strenge parteipolitische Neutralität bemüht.
Die Nationalsozialisten hingegen erkannten die gesellschaftspolitischen Bedeutung des Sports und handelten: Am 24. September 1933 musste eine Mitgliederversammlung eine Übergangsänderung der Satzung verabschieden, in der es unter anderem hieß: Aus Anlass der nationalen Erhebung gelten zur Gleichschaltung der Ziele des Schwimmvereins Rheinhausen 1913 e.V. mit den Zielen der neuen Regierung bis zur Herausgabe der Bestimmungen des Deutschen Schwimmverbandes folgende Übergangsbestimmungen:
§1 Der Aufnahmeschein muss folgenden Satz enthalten: “Ich verpflichte mich, innerhalb des Vereins den nationalen Gedanken zu pflegen und zu fördern und nach außen hin alles zu vermeiden, was den Verein oder sein Ansehen in irgendeiner Weise schädigen könnte“.
§2 Diese Bestimmung des Aufnahmescheines findet rückwirkend Anwendung auf die bisherigen Mitglieder. (usw.)

Neue Badeanlage

Nach dreijähriger Bauzeit – überwiegend in Eigenleistung – konnte im Anschlussjahr zum 20jährigen Vereinsbestehen der Öffentlichkeit eine neue Badeanlage vorgestellt werden. Sie besaß einen sechs Meter breiten Hauptlaufsteg und im Abstand von jeweils 20 Meter Länge, die am Ufer verankert waren. Als Verbindung dienten lange Holzbalken mit Ketten. Am Hauptsteg befanden sich ein “Jungenbassin“, ein Badebecken 15 x 8 Meter und der so genannte “Entenstall“ ebenfalls 15 x 8 Meter, mit aufgesetzten Umkleidekabinen für weibliche Badegäste. Die Anlage bestand aus Pontons, Stahlkonstruktionen und Holzbelag. Auf dem Hauptlaufsteg wurden ferner eine Sprunganlage mit einem Dreimeterbrett und zwei Einmeterbrettern sowie ein Schwimmmeisterstand eingerichtet. Als Gaudi, besonders für die Kinder, erwies sich eine Rutschbahn, die von einem schmalen Steg vom Ufer aus in den See führte.
Oberhalb des etwa 100 x 20 Meter großen Sandstrandes waren die Umkleideräume des Vereins eingerichtet worden. Zur Gesamtanlage gehörte auch eine rund 5000 Quadratmeter große Wiese, die als Liegewiese, aufgelockert mit Bäumen, Sträuchern und Hecken, gern angenommen wurde.
Auch sportlich war das Jahr 1933 für den Verein erfolgreich. Im Endspiel um die Westdeutsche Meisterschaft siegte die 1. Wasserballmannschaft mit einem 2:1 (VoW). Auch die Vereinsjugend war erfolgreich und holte den Titel eines Bezirksjugendmeisters nach Hause. Gleich viermal gab es bei den Schwimmern Titel als Gaumeister.

25-jähriges Bestehen

Als der SVR am 02. und 03. Juli 1938 sein Silberjubiläum feiern konnte, richtete es auch die Gaumeisterschaften aus. Vor eigenem Publikum waren die Schwimmer erfolgreich und siegte in der 3 x 100 Meter Bruststaffel und in der 4 x 50 Meter Freistielstaffel.
Im Sommer 1939 meldete der SVR erstmals Ansprüche bei einer Deutschen Meisterschaft an. Mit der gemeldeten Lagenstaffel wurde ein ausgezeichneter vorderer Platz erreicht.
Mit dem Ausbruch des 2. Weltkrieges am 01. September 1939 wiederholten sich die Ereignisse des 1. Weltkrieges, diesmal allerdings dramatisch. Bereits mit der Einführung der “allgemeinen Wehrpflicht“ verlor der Verein viele Leistungsschwimmer und Wasserballer. Mit Ausbruch des Krieges wurden dann fast alle Sportler, Vorstandsmitglieder und freiwilligen Helfer zum Militärdienst eingezogen. Hier begann der betrüblichste Abschnitt der Vereinsgeschichte. Im Juli 1940 stellte die Wehrmacht eine Luftabwehrkanone in Höhe des heutigen Anglerheimes des ASC “Kruppsee“ auf. Die Vereinsanlage des Schwimmvereins wurde teilweise beschlagnahmt und in Räumen des Vereins ein Wachtmeister und zwei Soldaten untergebracht. In dieser Zeit beschränkte sich der Sportbetrieb fast ausschließlich auf den Schwimmunterricht für Nichtschwimmer. Diese und andere Luftabwehrgeschütze verhinderten die ständige Zunahme der alliierten Luftangriffe nicht. Die Situation der Bevölkerung und die des Vereins wurde immer kritischer, dennoch konnte der Badebetrieb aufrechterhalten werden. Ein letztes Protokoll vor dem Ende des Krieges vom 07. Mai 1944 berichtet von einer Vorstandssitzung, in der die neuerliche Saisoneröffnung besprochen wurde. Man kam damals überein, zunächst einen Splittergraben anzulegen, ehe das Freibad eröffnet werden sollte. Zwar wusste man, dass man damit die Bevölkerung noch vor Bomben, wohl aber vor Bombensplittern schützen konnte. Wie schrecklich sich diese Vorahnung als Tatsache erweisen sollte, wurde den Überlebenden einen Angriffs am 01. November 1944 bewusst.
Durch Bombenabwürfe wurde die Freibadanlage völlig zerstört und bei dem Angriff starben in einem Tiefbunker “In den Bänden“ Jakob Heckes und dessen jüngster Sohn Helmut Heckes. Jakob Heckes war von 1930 bis zu diesem Tage Vorsitzender des Schwimmvereins. Im Sommer 1945 wurde mit den Aufräumungs- und Aufbauarbeiten begonnen.

Die Nachkriegsjahre

Die erste Hauptversammlung nach dem Krieg fand am 10. Februar 1946 statt. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte der 1928 in den Verein eingetretene Jakob Kugler die Vereinsgeschäfte kommissarisch geleitet. Er wurde in der Hauptversammlung als 1. Vorsitzender gewählt. Es wurde beschlossen, die Badeanlage bis zum Mai soweit herzurichten, dass sie für die Bevölkerung wieder geöffnet werden konnte. Dann sollte auch eine Schwimm- und Wasserballmannschaft mit dem Training neu beginnen.
Bis zur Währungsreform im Juni 1948 schufteten die Mitglieder in selbstlosem Einsatz wie nie zuvor für den Erhalt der Badeanstalt, ohne dabei den Sport zu vergessen. In einer Sitzung am 17. September 1947 bedankte sich der Vorstand ausdrücklich bei Christian Schürgers und Heino Hocks (1. und 2. Schwimmwart) für hervorragende Arbeit, die sie im sportlichen Bereich geleistet hatten. Schon jetzt besaß der SVR wieder eine gute Wasserballmannschaft. Für Kinder und Erwachsene konnte wieder Schwimmunterricht erteilt und eine Jugendgruppe aufgebaut werden.
Anfang 1949 wurde eine 20 x 8 Meter große Umkleidehalle eröffnet, in der 100 Personen ihre Garderobe unterbringen konnten. Eine zweite Umkleidehalle war bis zur Bedachung fertig. Auch das Nichtschwimmerbecken war zu diesem Zeitpunkt wieder benutzbar.
1950 kamen ein Gebäude mit Kassen-, Sanitäts- und Schwimmmeisterraum einschließlich eines Clubzimmers dazu, sowie ein neuer Zugang mit einer Brücke über den Kuppengraben. Dieser umfangreichen Aufbauarbeit widmeten sich die Firmen Krupp und Diergardt-Mevissen sowie Rat und Stadtverwaltung Rheinhausen mit finanziellen und materiellen Unterstützung.

Wasserballer in der Oberliga

In diesem Jahr stieg die Wasserballmannschaft in die höchste Spielklasse, die Oberliga auf. Für den SVR spielten damals Willi Venus, Rolf Holtkamp, Robert Kugler, Heino Hocks, Werner Müller, Heinz Heckes, Günter Faber und Karl Richter. 1952 nahm die Mannschaft an der Endrunde um die Westdeutsche Meisterschaft teil und erreichte den 6. Platz. Für ungezählte Siege im Leistungsschwimmen waren damals 1. Schwimmwart Karl Richter, 2. Schwimmwart Christian Schürgers und Jugendwart Anton Heinke erfolgreich verantwortlich.

40-jähriges Vereinsbestehen

Als 1953 das 40jährige Vereinsbestehen gefeiert wurde, konnte auch der 85jährige Ehrenvorsitzende und Mitbegründer Heinrich Theile begrüßt werden. Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung hielt der Präsident des Westdeutschen Schwimmverbandes, W. Isenberg, die Festansprache.
In diesem Jahr wurde für die Schwimmer und Wasserballer ein Becken von 28 x 18 Meter gebaut und eine neue Spielwiese in Betrieb genommen. Entlang des Sandstrandes wurde eine 0,70 Meter hohe Betonmauer parallel zur Wassergrenze gezogen und eine Zuschauertribüne gebaut. In der Oberliga belegte die 1. Mannschaft der Wasserballer Platz 7.
1954 nahm die “Erste“ wiederum an der Endrunde zur Westdeutschen Meisterschaft teil. In einem internationalen Vergleich verlor sie gegen den Schweitzer Meister SC Horgen mit 0:5 Toren. Bei einer achttägigen Reise durch Süddeutschland verlor sie knapp gegen Esslingen, gewann aber die Freundschaftsspiele gegen TSG Ulm 26, SSV Reutlingen, SV Heilbronn 1998 und SV Cannstatt.
1955 belegten die Kinder des Vereins bei den Stadtmeisterschaften viele erste Plätze. Bei den Kreismeisterschaften belegten die Mädchen die Plätze 1 bis 5; die Jungen die Plätze 1, 4 und 5. Die 1. Wasserballmannschaft konnte auch im 6. Jahr Oberliga ihren Platz behaupten; Die Endrunde zur Westdeutschen Meisterschaft wurde erstmals nicht mehr in Turnierform ausgetragen. Den 3. Platz sicherte sich die Jugendmannschaft in der Meisterschaftsrunde.

SVR Deutscher Jugendmeister

Am 22. Januar 1956 wurde Otto Liebisch zum 1. Vorsitzenden gewählt, nachdem Jakob Kugler, Vorsitzender der Nachkriegszeit bis 1955, nicht mehr kandidierte. In diesem Jahr krönte die Jugendmannschaft die bisherigen guten Leistungen und wurde Deutscher Meister im Wasserball. Unter Trainer Karl Richter hatten Karl-Otto Liebisch, Hans Jonen, Klaus Woznica, Peter Heinen, Jürgen Krause, Christian Eichler und Gerd Frütel diesen Erfolg errungen. Die erste Wasserballmannschaft folgte einem Einladungsturnier nach Leipzig. In diesem Jahr verstarben der Ehrenvorsitzender Heinrich Theile, Vorsitzender von 1913 bis 1919 und der ehemalige Vorsitzender Jakob Kugler (1945 bis 1955).
Als in der Oberliga 1957 die Vereine von zwölf auf zehn verringert wurden, erreichte die erste Wasserballmannschaft nur den achten Tabellenplatz. Im August nahm sie an einem Turnier im Saarland teil und erreichte den Turniersieg gegen Mannschaften aus Ludwigshafen, Freiburg, Trier und Völklingen. Hinter Nürnberg und Amateur Duisburg wurde die Jugend des SVR diesmal Dritter bei den Deutschen Jugendmeisterschaften. Hermann Paquet und Gerd Frütel von der ersten Wasserballmannschaft wurden vom Deutschen Schwimmverband zu Lehrgängen berufen und nahmen an einem Junioren-Länderkampf gegen Dänemark und die Niederlange teil.

Ostern in Berlin

Ostern 1958 gehörte zweifellos zu den schönsten Erlebnissen der Wasserballer. Die “Erste“ nahm beim späteren Deutschen Meister Spandau 04 an einem Turnier in Berlin teil und besiegte Spandau 04 sowie den SC Neukölln und die “Berliner Wasserraten“. Die Berliner Presse sparte nicht mit Schlagzeilen. „Spandau schlug eine Brücke zum Rhein“, hieß es und: „Mit Rheinhausen gewann die beste Mannschaft verdient.“ Eine Schlagzeile gefiel den Rheinhausenern besonders: „Die Rheinhausener wollen wir gern in Berlin wieder sehen“, hieß es. Im Sommer kamen die Spandauer an den Rhein. Im Turnier siegte wiederum der SVR vor Aegir Uerdingen, Spandau 04 und SVR II.
Diesen prächtigen Erfolgen passte sich eine Reise der Wasserballer in die Schweiz an. Gegen Solothurn erreichten die Rheinhausener einen Sieg mit 12:3 Toren, gegen Red-Fish Neuchâtel ein 10:8 Erfolg und gegen den Schweitzer Meister SC Horgen mussten sich die Rheinhausener mit 8:7 Toren geschlagen geben. In diesem so erfolgreichen Jahr hatte der SVR am Kruppsee 110.000 Badegäste.

Neuer Pachtvertrag mit Krupp

1959 kam nach langen Verhandlungen mit der Firma Krupp ein neuer Pachtvertrag zustande. Zu jener Zeit war Krupp noch immer Grundstückseigentümer. In diesem Jahr und 1960 wurden die Erweiterungen der Umkleidegebäude, der Neubau einer Schwimmmeisterwohnung und eines Clubraumes in Angriff genommen.
Sportlich konnte die weibliche Jugend in den Disziplinen Brustschwimmen und Lagenschwimmen mit den Staffeln in die Westdeutsche Jugendspitzenklasse vordringen.

Hallenbad endlich eröffnet

1961 konnten die begonnen Neubauarbeiten abgeschlossen werden. Der Arbeitswille unserer Mitglieder hatte sich wieder einmal bewährt. Am 05. Mai 1961 wurde endlich auch das Hallenbad an der Schwarzenberger Straße seiner Bestimmung übergeben, wofür der SVR seit 1924 zugunsten der Bevölkerung und natürlich auch für den Verein viele Jahre gekämpft hatte. Jetzt war es möglich, auch in Rheinhausen in der Halle zu trainieren. Karl Richter beendete seine Trainertätigkeit. Zu seinem Nachfolger wurde Werner Müller ernannt. Der unermüdliche und fast unentbehrliche Geschäftsführer Jakob Otermann erhielt für seine 40jährige Vorstandstätigkeit die goldene Verbandsehrennadel des Westdeutschen Schwimmverbandes. 1962 wurde Werner Müller für 15jährige aktive Spielzeit in der Wasserballmannschaft zum Ehrenspielführer ernannt.
Für zehn Einsätze in der bundesdeutschen Nationalmannschaft erhielt Gerd Frütel die Länderspielnadel des Deutschen Schwimmverbandes in Bronze.
Im ehemaligen “Haus Grafen“ an der Krefelder Straße konnte am 19. Oktober 1963 das 50jährige Bestehen gefeiert werden. Obendrein sicherte sich die erste Wasserballmannschaft unter Trainer Werner Müller den ersten Platz in der Oberliga B vor Solingen 08, Essen 06 und Aegir Uerdingen. In diesem Jubiläumsjahr hatte der Verein 518 Mitglieder.
Mit der Jahreshauptversammlung vom 06. März 1964 nahmen zwei verdienstvolle Vorstandsmitglieder Abschied, nämlich der 1. Vorsitzende
Otto Liebisch und der 1. Kassierer Kurt Venus. Für seine wertvolle Vorstandsarbeit, davon neun Jahre als Kassierer, erhielt Kurt Venus die silberne Vereinsehrennadel. Otto Liebisch nahm dankend die einstimmige Wahl zum Ehrenvorsitzenden an. Bevor Otto Liebisch 1956 zum Vorsitzenden gewählt worden war. War er von 1930 bis 1956 als 1. Kassierer für die Finanzen des Vereins ein weit blickender Fachmann. Er führte die finanziellen Interessen des Vereins umsichtig sowohl durch die Weltwirtschaftskrise, als auch durch die Jahre des Wiederaufbaus nach 1945. In die Zeit seiner Tätigkeit als 1. Vorsitzender fielen die größten und wertvollsten sportlichen Erfolge. Menschlich war es ihm wohl in die Wiege gelegt, seine Vorstandsmitglieder sowie die vielen ehrenamtlichen Helfer stets neu motivieren zu können.
Die erste Wasserballmannschaft platzierte sich hinter Aachen 06 und Hellas Wuppertal in der Oberliga B auf dem dritten Platz. Nur um einen einzigen Punkt verfehlte die Mannschaft den Aufstieg in die Oberliga A. Am 13. Juni 1964 ging ein Freundschaftsvergleich gegen unseren schwedischen Gast aus Göteborg mit 0:2 Toren verloren und die südafrikanische Nationalmannschaft besiegte uns am Kruppsee am 22. August 1964 mit 4:2 Toren. Als am 27. September 1964 die Bezirksjahrgangsmeisterschaften im Schwimmen ausgetragen wurden, gab es für die Mädchen und Jungen des SVR gute Platzierungen.

Umfangreiches Renovierungsprogramm

Ende August nahmen die Mitglieder ein umfangreiches Umbau- und Renovierungsprogramm in Angriff. Es wurden Bäume und Sträucher gerodet, Ton und Sand vom Strand abgefahren, die schwimmende Anlage gestrichen und neu mit Holz ausgelegt, das Gelände planiert und die Liegewiese erweitert. Wir zählten in diesem Jahr über 60.000 Besucher und inzwischen 1.105 Vereinsmitglieder.
Mit der Jahreshauptversammlung am 21. Januar 1965 gab es wieder Änderungen im Vorstand, weil Robert Kugler, Christian Schürgers, Helmut Eilers und Heinrich Reddig nicht mehr kandidierten. Robert Kugler war acht Jahre als stellvertretender Vorsitzender tätig und hatte mit der Nominierung in die Jugendmannschaft am 23. Juli 1937 seine sportliche Laufbahn im Wasserball begonnen. Er gehörte zur erfolgreichsten Wasserballmannschaft der Nachkriegsjahre. Christian Schürgers, im Gründungsjahr geboren, gehörte seit 1935 dem Vorstand als Schwimm- und Jugendwart an. Viele Jahre war er auch als Schwimmmeister tätig. Der Verein zeichnete ihn mit der goldenen Vereinsehrennadel aus; außerdem wurde ihm die silberne Ehrennadel des Westdeutschen Schwimmverbandes zuerkannt.
Im sportlichen Sektor wiederholte die erste Wasserballmannschaft das Vorjahresergebnis mit dem dritten Platz in der Oberliga B. In einem Freundschaftsspiel am 03. Juni 1965 im Hallenbad Rheinhausen verlor die erste Mannschaft gegen die Nationalmannschaft Australiens mit 1:6 Toren. Die Jugend, die sich im Neuaufbau befand, erreichte einen fünften Platz in der Meisterschaftsrunde des Westdeutschen Schwimmverbandes und Platz eins in der Runde des linken Niederrheins. Hervorragende Plätze gab es für die Schwimmerinnen und Schwimmer bei Bezirksmeisterschaften in Geldern. Dreimal gab es Siegerplätze, vier Zweitplätze und sechsmal dritte Plätze. Bester Teilnehmer des SVR war Ralf Ernst.

Beheiztes 50 Meterbecken gefordert

In das Jahr 1965 fällt auch das Bemühen nach einer grundlegenden Umgestaltung der Schwimmanlage zurück. Damals legte der Vorstand sowohl der Stadt Rheinhausen, als auch dem Kreis Moers einen ersten detaillierten Plan vor, der ein Schwimmbecken in wettkampfgerechter Größe, sowie ein Lehr-, Nichtschwimmer- und Planschbecken mit Umwälzanlage beinhaltete. Bei der daraufhin folgenden Ortsbesichtigung erklärte Vorsitzender Erich Urban (SPD) für den Sportausschuss Rheinhausen: „Der Ausschuss ist grundsätzlich diesen Plänen nicht abgeneigt.“ Zurückhaltend, im Blick auf die Planungen des Erholungsgebietes Toeppersee, in der ebenfalls ein Badezentrum entstehen sollte, erklärte sich erster Beigeordneter Dr. Wilhelm Weber gegenüber Kreisdirektor Kardinal bereit, aus Rheinhausener Sicht die Möglichkeiten einer Umgestaltung zu überprüfen.
Schließlich bot das Jahr 1965 einen verregneten Sommer und das Bad besuchten nur rund 25.00 Besucher. Am 18. Februar 1966 verstarb unser Jakob Otermann. Er war seit 1923 Vorstandsmitglied und viele Jahre Geschäftsführer. Mit ihm verlor der SVR ein Vorbild und einen Idealisten, der die vielseitige Vereinsarbeit mitplanen und mitgestalten konnte. Er war wegen seines unermüdlichen Einsatzes und seiner angeborenen Bescheidenheit im Verein und darüber hinaus sehr beliebt.
Vor der Saisoneröffnung leisteten die Mitglieder 2.000 freiwillige Arbeitsstunden. Die Terrasse vor den Umkleideräumen konnte neu plattiert und eine neue Duschanlage installiert werden. Ferner wurde die Toilettenanlage von Grund auf renoviert, Liegewiesen und Grünanlagen rekultiviert. Leider stieg in diesem Jahr, nach 16jähriger Spielzeit in der Oberliga, die erste Wasserballmannschaft in die zweite Liga ab.
Die Jahreshauptversammlung wählte am 19. Januar 1967 Sportleiter Erwin Wittrien anstelle des verstorbenen Jakob Otermann zum 1. Geschäftsführer. Die erste Wasserballmannschaft hatte in der vergangenen Winterrunde in guter Form und überlegen, ohne Niederlage, die Tabellenspitze erreicht und versuchte in der Sommerrunde daran anzuknüpfen. Dennoch wurde der Wiederaufstieg in die Oberliga B nicht erreicht. Die Jugendmannschaft verfehlte knapp den Aufstieg in die Jugendliga A. Ausgezeichnete Plätze sicherten sich die jugendlichen Vereinsmitglieder bei den Westdeutschen Jugendjahrgangsmeisterschaften. Im Oktober stellte der Vorstand in einem ausführlichen Grundsatzpapier die Situation des Vereins den zuständigen Verwaltungen, den politischen Parteien und der Presse vor, in dem der Schwimmverein wiederum auf die schon erwähnte „völlige Umgestaltung“ des Freibades drängte. Vorsitzender Werner Müller erklärte darin beispielsweise, dass der SVR seit über 50 Jahren die einzige öffentliche Badeanstalt in Rheinhausen unterhalte die Anlage sich in einem miserablen Zustand befinde, obwohl nachweislich ungezählte freiwillige Arbeitsstunden geleistet worden seien. Die schwimmende Anlage wiederum herzurichten wäre Unsinn. Müller vertrat ferner darin die Meinung des Vorstandes, dass die geplante Badeanstalt im Erholungszentrum Toeppersee deshalb keine Konkurrenz sei, weil eine Stadt wie Rheinhausen mit über 70.000 Einwohner auf ein zweites, attraktives Bad verzichten könne, zumal die Anlage Kruppsee zentraler liege.

Wasserballer wieder in der Oberliga

Im Sommer 1968 gelang der ersten Wasserballmannschaften nach zweijähriger Spielzeit in der zweiten Liga der Wiederaufstieg in die Oberliga B. Mit dem letzten Spiel hatte sie sich die Teilnahme am Aufstiegsturnier erkämpft. Dieses fand am 01. September 1968 in Iserlohn statt, in dem der SVR Platz eins vor PSV Düsseldorf und SV Iserlohn erreichte. Erfolgreich schnitt auch die zweite Wasserballmannschaft ab, die den Aufstieg in die Bezirksliga schaffte. Die Wasserballjugend wurde Vizemeister in der Meisterschaftsrunde des Westdeutschen Schwimmverbandes. Schwimmerinnen und Schwimmer des SVR beteiligten sich im August am 3. Internationalen Schwimmfest in Homberg und sicherten sich unter zehn teilnehmenden Vereinen den zweiten Platz in der Gesamtwertung. Ein Monat später veranstaltete der Bezirk Ostwestfalen-Lippe ein internationales Schwimmfest in Schloss Neuhaus, an dem sich 50 Vereine angemeldet hatten. Von dort kehrten unsere Vereinsschwimmer erfolgreich wieder.
Für das Jahr 1970 war die Einführung der Wasserball-Bundesliga geplant. Die Oberliga B wurde mit Spielsaisonabschluss aufgelöst und die ersten fünf Mannschaften der neuen Oberliga-West zugeordnet. Dazu gehörte auch unsere Mannschaft, die diese Qualifikation durch den zweiten Tabellenplatz schaffte. Ihre Leistungsstärke bewies sie unter anderem bei einem mit 18 Mannschaften besetzten Turnier in den Niederlanden am 10. August 1969. Erst im Endspiel des Internationalen Vergleichs unterlag sie gegen den PSV Eindhoven. Wiederum einen zweiten Platz hatte es bereits bei einem internationalen Wasserballturnier anlässlich des 60. Vereinsbestehen von Krefeld 09 für den SVR gegeben. Die erste Mannschaft setzte sich am 11. Juni 1969 mit Oranje Nassau Heerlen, AZP Alphen und Krefeld 09 auseinander. Am 09. November 1969 veranstalteten wir zum ersten Mal das “Jakob-Otermann-Gedächtnisturnier“. Es siegte die Mannschaft Rote Erde Hamm, die den wertvollen Wanderpokal entführte, vor Aegir Uerdingen. Am 20. März 1969 verstarb das langjährige Vorstandsmitglied Günter Thier. Das Bad wurde von 83.000 Besuchern angenommen, der Verein zählte 1.289 Mitglieder.

Antrag an die Stadt Rheinhausen

Die Jahreshauptversammlung am 09. März 1970 befasste sich ausführlich mit einem Antrag an die Stadt Rheinhausen zur Errichtung eines beheizten, wettkampfgerechten 50-Meter Beckens und zum Ausbau des Bades. Als Nachfolger für Paul Weihs, zweiter Geschäftsführer, 21 Jahre Mitglied des Vorstandes und vor dem Krieg viele Jahre lang Stütze der Wasserballmannschaft, wurde Eberhard Tafelski gewählt. Eine gute Leistung zeigten die Vereinsschwimmer bei den Deutschen Mannschaftsmeisterschaften im Februar. Sie starteten 27mal und erreichten 12.029 Punkte. Die erste Wasserballmannschaft verpasste mit einem dritten Tabellenplatz in der Abschlusstabelle die Aufstiegsrunden in die Bundesliga. Offenbar war die Mannschaft mit einem Durchschnittsalter von 22 Jahren noch zu jung und unerfahren. Außerdem wurden dem SVR die Trainingsabende im Hallenbad von wöchentlich drei auf zwei Stunden gekürzt und er war immer noch der einzige Verein in der Oberliga-West, dem kein beheiztes Freibecken zur Verfügung stand.

Wasserballer in der Bundesliga-Aufstiegsrunde

Am 02. März 1971 trat Gerd Frütel bei der Jahreshauptversammlung als Wasserballwart zurück, für ihn wählten die Mitglieder Willi Windhuissen. Gerd Frütel hatte damit eine erfolgreiche sportliche Laufbahn beendet. Er war sowohl als Torwart und als Trainer der Wasserballer eingesetzt und erreichte mit der Jugend im Jahr 1956 den Deutschen Meistertitel. Er spielte auch erfolgreich in der deutschen Nationalmannschaft. 1971 wurde für den Wasserballsport, nach 1956, wieder ein erfolgreiches Jahr in der Vereinsgeschichte geschrieben. Durch die Verpflichtung von Klaus Gehnen als Trainer, der mit Duisburg 98 Deutscher Meister geworden war und in der Nationalmannschaft gespielt hatte, gelang dem Schwimmverein Rheinhausen der Sprung in die Bundesliga-Aufstiegsrunde. In dieser Runde spielten SC Berlin-Neukölln, SC Neustadt und SV Rheinhausen. Ein einziges Tor fehlte dem SVR schließlich für den Bundesligaaufstieg. In der Abschlusstabelle hieß es:
1. SC Neustadt 15:9 Tore 5:3 Punkte
2. SC Berlin-Neukölln 8:12 Tore 4:4 Punkte
3. SV Rheinhausen 11:13 Tore 3:5 Punkte

Somit stiegen SC Neustadt und SC Berlin-Neukölln in die Bundesliga auf. Am 01. und 02. Mai 1971 beteiligte sich die Mannschaft an einem Turnier in Heiligenhaus, bei dem es zu spannenden Auseinandersetzungen mit Hellas Wuppertal, SV Augsburg und Poseidon Köln kam. In einem weiteren Turnier am 24. und 25. Juli 1971 in Wolfenbüttel wurde der SVR ungeschlagen Turniersieger gegen Wolfenbütteler SV, PSV Hannover, BSG Berlin, Peine 09 und Eintracht Braunschweig. Erfolgreich war in diesem Jahr auch die zweite Mannschaft: der Bezirksligist erreichte den ersten Tabellenplatz und stieg in die Landesliga auf. In der Bezirksrunde erreichte schließlich auch die Jugendmannschaft einen guten zweiten Platz hinter Bayer Uerdingen. Die Schwimmer beteiligten sich an verschiedenen Wettkämpfen, wobei besonders Eckart Nitschke und Reiner Bremm wegen ihrer guten Leistungen von sich reden machten.
In der Jahreshauptversammlung vom 16. Januar 1972 erklärte Vorsitzender Werner Müller, dass nach jahrelangen Bemühungen um den Bau eines beheizten Beckenbades, endlich bei der Kommune Entscheidungen gefallen seien, die hoffen ließen, dass mit der Umgestaltung des Bades und mit dem Neubau alsbald begonnen werden könne. Im einem Schreiben der Stadt Rheinhausen vom13. März 1972 teilte sie mit, dass dem Schwimmverein der beantragte Zuschuss endgültig bewilligt worden sei. Daraufhin wurden die Antragsverfahren für die Zuschüsse sowohl beim Kreis als auch beim Land gestellt. Diese Anträge wurden vom Land am 13. Dezember 1972 und vom Kreis am 22. Dezember 1972 bewilligt. Die erste Wasserballmannschaft konnte die guten Leistungen des Vorjahres nicht wiederholen. In der Regionalliga musste die Saison mit einem fünften Tabellenplatz beendet werden und obendrein beendete Klaus Gehnen seine Trainertätigkeit mit Saisonabschluss. Dafür zeigte sich die zweite Wasserballmannschaft von einer hervorragenden Seite. Vor einem Jahr in die Landesliga aufgestiegen, erreichte sie in dieser Gruppe den Meistertitel und stieg in die Verbandsliga auf. 1972 konnten erstmals in der Vereinsgeschichte zwei Jugendmannschaften eingesetzt werden. Beide spielten auf der Bezirksebene und wurden von Karl-Otto Liebisch trainiert. Im April dieses Jahres wurde Reiner Bremm bei den Westdeutschen Jahrgangsmeisterschaften Westdeutscher Meister über 100 Meter Brust und erreichte über 200 Brust einen guten fünften Platz.
Vor mehr als 100 Gästen aus Rat und Verwaltung der Stadt Rheinhausen, der Friemersheimer Bürgerschaft, der Kirche, der Kaufmannschaft und aus dem Mitgliederkreis vollzog Bürgermeister Johann Asch am 21. März 1973 den ersten Spatenstich des Neubaus der kombinierten, beheizten Badeanstalt, die obendrein die bundesüblichen Wettkampfbestimmungen erfüllte. In diesem Jahr wurde der Schwimmverein 60 Jahre alt und musste jetzt auf volle neun Jahre intensive Arbeit zurückblicken, um den berechtigten Wunsch nach einer neuen Schwimmanlage aller Mitglieder und Freunden des SVR zu realisieren. Vergessen waren in diesem Augenblick die zurückliegenden Querelen und Auseinandersetzungen im Rat und im SVR-Vorstand und untereinander. Denn mehrmals hatte der Vorstand verschiedene Pläne vorlegen müssen, weil mit den parallel verlaufenden Planungen für das Zentrum Erholungsgebiet Toeppersee offenbar die Bereitschaft unter den Kommunalpolitikern nachließ, die Finanzierung des Neubaus am Kruppsee voranzutreiben. Erst auf stetiges Drängen bewilligte die Stadt Rheinhausen 1,3 Millionen DM, womit die Gesamtfinanzierung gesichert war und der Schwimmverein mit einem Anteil von 77.000 DM die schlüsselfertige Anlage im Wert von 1,652 Millionen DM bezahlen konnte.
Schon wenige Monate später fand am 11. Juli 1973 die Grundsteinlegung und am 07. September 1973 das Richtfest statt. Auch diesen Ereignissen wohnten wieder zahlreiche Gäste und Mitglieder bei. Sportlich gab es weniger Leckerbissen. Im Wasserball stieg die erste Mannschaft in die Oberliga ab und Vereinsexperten wussten die Ursache darin zu suchen, dass die Mannschaft alle Heimspiele auswärts in Rheinkamp austragen und auch dort trainieren musste. Auch die zweite Mannschaft musste wieder in die Landesliga absteigen, darüber hinaus wurden überwiegend Nachwuchskräfte eingesetzt. Bei einem Wasserballturnier in Krefeld erreichte die erste Mannschaft hinter Paris und Zürich den dritten Platz. Am 01. Dezember 1973 erhielt Vorsitzender Werner Müller im Rahmen des Sportlerballes in Haus Grafen die Ehrenplakette des Stadtsportverbandes Rheinhausen. Stadtsportverbandvorsitzender Paul Hoffmann hob dabei Müllers sportliche Verdienste aus dessen 20jähriger Arbeit als Vorstandsmitglied des SVR hervor.
In der Jahreshauptversammlung am 29. März 1974 wurde Eberhard Tafelski für den nicht mehr kandidierenden Hans Kuhlen gewählt. Friedhelm Boffen übernahm den Posten des stellvertretenden Geschäftsführers. Rechtzeitig zur Saisoneröffnung wurde das neue Bad am 01. Juni 1974 seiner Bestimmung übergeben. Im Einzelnen waren errichtet: ein beheiztes Becken von 50x25 Meter, wobei 30 Meter Länge mit einer gleich bleibenden Wassertiefe von zwei Meter als Schwimmerteil und der Rest ansteigend auf ein Meter Wassertiefe bis zum Beckenrand für Nichtschwimmer ausgelegt ist. Die Wasserfläche beträgt 1250 Quadratmeter, das Becken ist mit 2125 Kubikmeter Wasser gefüllt. Die Wasseraufbereitung erfolgte in einer geschlossenen Umwälz-Filteranlage automatisch mit einer Leistung von 350 Kubikmeter je Stunde, womit der gesamte Beckeninhalt alle sieben Stunden einmal gefiltert (gereinigt) wird. Unter Zuhilfenahme von Chlorgas wird das Wasser automatisch desinfiziert und mit gasbefeuerten Kessel im Austauschverfahren beheizt. Das Bad ist mit einer Flutlichtanlage aus sechs Masten ausgestattet und einem 35x10 Meter großen Versorgungs- und Umkleidegebäude angegliedert.
Im Einzelnen sind dort die Umkleideräume, Sauna-Anlage, Clubraum und Kantine mit Kühlkeller und Lagerräume untergebracht. Der Altbau bietet jetzt eine Umkleidehalle, Werkstatt, Jugendraum, Toiletten, Erste-Hilfe-Station, Büro und die Schwimmmeisterwohnung. Im Natursee wurden zwei Pontons verankert und eine größere Seefläche mit Bojen und Seilen abgetrennt, um auch hier das Baden zu gewährleisten. Die vorhandene Liegefläche konnte auf 7.000 Quadratmeter vergrößert werden.

Übernahme der Schwimmanlage durch die Stadt Duisburg

Gleich im ersten Jahr hatte der SVR durch einen schlechten Sommer erheblich niedrige Einnahmen als geplant und kam durch den Besuch von nur 37.400 Badegästen in große finanzielle Schwierigkeiten. Zwischen der Verwaltung der Stadt Rheinhausen und dem SVR begannen mühsame Gespräche mit dem Ziel, dass die Stadt Rheinhausen zum Betreiben der Schwimmanlage dem SVR einen Zuschuss für die Folgekosten gewähren solle, um auch zu angemessenen Eintrittspreisen die Anlage aufrecht erhalten zu können. Auf diese Vorschläge ging vor allem der damalige Stadtdirektor Helmut Kern nicht ein, sodass dem Geschäftsführenden Vorstand des SVR nichts anderes übrig blieb, als der Stadt die Schwimmanlage zur Verfügung zu stellen. Mit der Verwaltung und dem Rat der Stadt Rheinhausen begannen dann langwierige Verhandlungen über die Nutzung der Schwimmanlage durch die Öffentlichkeit und den SVR. In einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am 13. Dezember 1974 legte der Vorstand den ausgehandelten Vertrag vor und nach eingehender Diskussion, bei der sich für die CDU-Fraktion Rolf Fortmann und für die SPD Bürgermeister Johann Asch beteiligten, wurde der Antrag einstimmig akzeptiert. Dieser Vertrag wurde dann am 01. Januar 1975, nach dem Stichtag der kommunalen Neuordnung, mit der Rechtsnachfolgerin Stadt Duisburg, abgeschlossen.
Die erste Wasserballmannschaft erreichte in diesem Jahr den fünften Tabellenplatz in der Oberliga. Die zweite Mannschaft in der Landesliga ebenfalls den fünften Platz. Die Jugendmannschaft musste in die Bezirksklasse absteigen. Am 19. Juni 1975 verlor unsere erste Mannschaft ein Freundschaftsspiel gegen die Israelitische Nationalmannschaft mit 1:6 Toren. Am 09. Januar 1976 verstarb Mitgründer Heinrich Heidböhmer (1. Vorsitzender von 1924 bis 1930) und am 11. Mai des gleichen Jahres Vereinswirt Fritz Dröge.
Bei der Jahreshauptversammlung am 08. März 1976 erschienen mehr als 100 Mitglieder um vorwiegend über die Finanzprobleme des Vereins zu beraten. Nach langer Diskussion wurde eine vom Vorstand ausgearbeitete Beitragserhöhung gegen sechs Stimmen angenommen. Jürgen Nitschke gab einen ausführlichen Schwimmbericht und erwähnte, dass sich die Übungsstunden von 1961 bis 1976 verdoppelt hatten, jedoch die Anzahl der Übungsleiter reduziert hätte.
Nach dem Abstieg vor drei Jahren aus der Regionalliga in die Oberliga rutschte man in diesem Jahr noch tiefer. Mit nur drei Pluspunkten und dem letzten Tabellenplatz stieg die erste Wasserballmannschaft in die Verbandsliga ab. Trotz der guten Platzierung der zweiten Mannschaft in der Verbandsliga musste sie durch den Abstieg der ersten Mannschaft in die Bezirksliga absteigen. Die Jugendmannschaft wurde im Bezirk Düsseldorf Tabellenletzter. Zu dieser Lage äußerte sich Vorsitzender Werner Müller zur Presse: „Die Situation ist wirklich ganz bescheiden, wenn ich daran denke, dass wir noch vor wenigen Jahren ganz knapp den Aufstieg in die Bundesliga verpasst haben, dann kann ich jetzt nur noch enttäuscht sein, da wir mit dem beheizten Schwimmbecken wesentlich günstigere Trainingsbedingungen haben.“
1977 wurde nach einer neuen Regelung im Wasserball die Winter- und die Sommerrunde als Meisterschaftsrunde zusammengefasst. Die erste Mannschaft wurde bei nur einer Niederlage Meister der Verbandsliga und schaffte somit den Wiederaufstieg in die Oberliga. Die zweite Mannschaft erreichte als Tabellenzweiter der Bezirksliga den Aufstieg in die Verbandsliga. Enttäuschend war das Abschneiden der Jugendmannschaften. Mit dem vorletzten Platz in der Bezirksrunde blieb man hinter den Erwartungen zurück. Elke Pinkwart schwamm in dieser Saison drei neue Vereinsrekorde über 100 Meter Freistil, 200 Meter Freistil und 100 Meter Schmetterling.

Überraschender Rücktritt von Werner Müller

Für die Mitglieder des SVR und für die Öffentlichkeit trat überraschend am 14. September 1977 Werner Müller als Vorsitzender zurück.
Werner Müller wurde 1952 als Beisitzer zum ersten Mal in den Vorstand gewählt. 1953 war er Jugendwart des Vereins. In der Zeit von 1954 bis 1961 übernahm er im Vorstand die Aufgaben des Pressewartes. 1962 und 1963 war er Wasserballwart. Ab 1964 bis zu seinem Rücktritt prägte er als 1. Vorsitzender die Entwicklung des Vereins. Er spielte nicht nur erfolgreich von 1946 bis 1987 Wasserball, sondern war auch “nebenbei“ von 1961 bis 1970 Wasserballschiedsrichter im WSV. Als sachkundiger Bürger gehörte Werner Müller drei Jahre dem Sportausschuss des Rates der Stadt Rheinhausen an und war 16 Jahre (1966 bis 1972) 2. Vorsitzender des Stadtsportverbandes. Werner Müller war alles andere als ein bequemer Vorsitzender. Von seinen Vorstandskollegen verlangte er Mitarbeit, aber nie mehr als er selbst zu tun bereit war. Unter seinem Vorsitz begann die umfangreiche Verschönerung und Modernisierung des Kruppsees. Er verstand es, viele Mitglieder für eine freiwillige Mitarbeit bei der Umgestaltung der Schwimmanlage zu gewinnen. Aber über den Tag hinaus begann die Planung für eine Schwimmanlage, die der Bevölkerung das Schwimmen im See, wie auch die Benutzung eines sportgerechten beheizten Beckens ermöglichen sollte. Vorschläge, Pläne und Kostenermittlungen wurden mit Rat und Verwaltung der Stadt Rheinhausen erörtert. Rückblickend kann gesagt werden, dass die Mitglieder des Vorstands mit viel Engagement mitgearbeitet haben, aber dass Werner Müller der Motor des Vereins war. Als es dann mit dem Bau der Neuanlage am 21. März 1973 begann und der Verein vergeblich um eine Mitarbeit des Bauamtes bat, erfüllte Werner Müller neben seiner beruflichen Tätigkeit einen Fulltimejob am Kruppsee. Sein sorgfältiges Bautagebuch gibt noch heute darüber Auskunft.
Bis zur Jahreshauptversammlung am 27. Januar 1978 leitete der 2. Vorsitzende Eberhard Tafelski den Verein. Als 1. Vorsitzender wurde Lothar Haferkamp gewählt und Eberhard Tafelski übernahm wieder das Amt des 2. Vorsitzenden.
1978 entging die erste Wasserballmannschaft nur knapp dem Abstieg aus der Oberliga. Erst im letzten Spiel gegen den Mitabstiegskandidaten PSV Duisburg, konnte mit einem 5:4 Sieg der Klassenerhalt gesichert werden. Nicht so viel Glück hatte die zweite Mannschaft. Nur durch das schlechtere Torverhältnis gegenüber dem TV Lüttringhausen musste sie in die Bezirksliga A absteigen. Die Jugendmannschaft erreichte einen nicht erwarteten zweiten Tabellenplatz in der Bezirksrunde. Am 14. Juli 1978 verstarb im Alter von 44 Jahren Friedhelm Boffen (Vorstandsmitglied seit 1966).
Am 09. März 1979 fand die Jahreshauptversammlung statt, auf der Karl-Otto Liebisch als 2. Vorsitzender, Dorle Tappert als 2. Geschäftsführerin und Günter Becker als Pressewart neu in den Vorstand gewählt wurden. Für 50-jährige Mitgliedschaft wurden Karl Richter, Paul Weihs und Hermann Schreiber zu Ehrenmitgliedern ernannt.
Die erste Mannschaft belegte nach Abschluss der Meisterschaftsrunde in der Oberliga den fünften Tabellenplatz. Die zweite Mannschaft schaffte den Aufstieg in die Bezirksliga. Sie belegte hinter SC Düsseldorf den zweiten Platz in der Bezirksklasse B. Die Jugendmannschaft wurde neu aufgebaut und es war nicht überraschend, dass sie in ihrer Gruppe nur den letzten Tabellenplatz belegte. Die erste Mannschaft errang beim Ernst-Schüten-Pokalturnier in Krefeld den vierten Platz. Sie wurde Sieger bei einem Turnier in Bocholt.

Schwimmmannschaft erfolgreich

Die Schwimmer waren mit 656 Einzelstarts und 53 Staffeln im Jahr 1979 sehr erfolgreich. Bei den Stadtmeisterschaften in der Jahrgangswertung belegten unsere Schwimmerinnen und Schwimmer acht 1., sechs 2. und acht 3. Plätze. Bei den Bezirksjahrgangsmeisterschaften zwei 2. und einen 3. Platz. Hervorragende Leistungen des Jahres waren die 100 Meter Freistil von Bernd Fränzgen und Hardy Worbs, sowie Dagmar Schulz mit 100 Meter Rücken.
Am 11. Oktober 1979 verstarb im Alter 43 Eberhard Tafelski (Vorstandsmitglied von 1970 bis 1978), der sich während der Bauzeit und der Endphase der neuen Schwimmanlage als 2. Vorsitzender stark engagiert hatte.
Die erste Mannschaft konnte 1980 das gesteckte Ziel in der Oberliga nicht erreichen und stieg in die Verbandsliga ab. Die zweite Mannschaft belegte in der Bezirksliga den sechsten Tabellenplatz und die dritte Mannschaft in der Bezirksklasse den vierten Tabellenplatz.
Am 24./25. Mai 1980 führte der Verein das Jakob-Otermann-Gedächtnisturnier durch. Teilnehmer waren: Essen 06, SSC Duisburg, WSV Bochold und der SVR. Der SVR belegte den dritten Platz und der WSV Bochold wurde Turniersieger. Am 30./31. August 1980 fand am Kruppsee ein Altherrenturnier mit den Mannschaften von Aegir Uerdingen, Duisburg 98, Essen 06 und dem SVR statt. Turniersieger wurde Aegir Uerdingen. Der SVR belegte den dritten Platz.
Bei den vielen Schwimmwettkämpfen 1980 konnten einige Erfolge erzielt werden. Bei den Westdeutschen Jahrgangsmeisterschaften wurde viermal der Endlauf erreicht. Britta Dahmen belegte zweimal den vierten Platz, Christiane Jonen wurde Fünfte und Anja Paeßens Achte im Endlauf. Bei den Bezirksmeisterschaften wurden drei 2. und ein 3. Platz belegt. Bei den Stadtmeisterschaften konnte Hardy Worbs in der Gesamtwertung einen zweiten und einen dritten Platz belegen. In der Jahrgangswertung erreichten unsere Schwimmmannschaften elfmal einen 1., sechsmal einen 2. und achtmal einen 3. Platz.
Die erste Mannschaft belegte 1981 in der Verbandsliga den dritten Platz, während die zweite Mannschaft in der Bezirksliga den vierten Platz erreichte. Die dritte Mannschaft ebenfalls den vierten Platz in der Bezirksklasse. Die A-Jugendmannschaft erreichte erfreulicherweise in der Bezirksgruppe den ersten Tabellenplatz. Bei den Bezirksjahrgangsmeisterschaften 1981 erreichte Britta Dahmen über 100 Meter Brust und 200 Meter Brust den zweiten Platz, sowie über 400 Meter Lagen den dritten Platz. Anja Paeßens holte über 100 Meter Schmetterling den zweiten Platz und Christiane Jonen über 200 Meter Schmetterling ebenso den zweiten Platz. Bei den Westdeutschen Jahrgangsmeisterschaften belegte Britta Dahmen über 100 Meter und 200 Meter Brust jeweils den fünften Platz.
Für 1982 hatte der SVR ein besseres Abschneiden seiner ersten Mannschaft in der Verbandsliga erwartet. In der Abschlusstabelle belegte sie den fünften Tabellenplatz. Die zweite Mannschaft errang in der Bezirksliga einen guten dritten Platz. Die Mannschaft der A-Jugend wurde in der Bezirksbestengruppe Tabellensechster ebenso wie die B-Jugend. Am 22. und 23. Mai 1982 richtete der SVR sein Jakob-Otermann-Gedächtnisturnier mit folgenden Mannschaften aus: SSC Duisburg, Essen 06, Poseidon Duisburg, SVR. Turniersieger wurde der SSC Duisburg. Die Mannschaft des SVR belegte den zweiten Platz. Die Beteiligung an den verschiedenen Wettkämpfen der aktiven Schwimmerinnen und Schwimmer betrug 1982 600 Einzelstarts und 50 Staffeln. Während die Startzahlen fast das Vorjahrsniveau hielten, nahm die Qualität der Ergebnisse durch den Wechsel von fünf Schwimmerinnen mit einem Übungsleiter zu einem Nachbarsverein ab. Vereinsmeisterin wurde Peggy Mörters und Vereinsmeister wurde Bernd Fränzgen.
Am 05. März 1983 fand ein erstes Gespräch zwischen der Verwaltung der Stadt unter der Leitung des Sportdirektors Hermann Eichhorn und dem Geschäftsführenden Vorstand des SVR statt. In erster Linie ging es der Verwaltung um die Änderung des Vertrages vom 05. Mai 1975. Die Verwaltung ließ dabei zum ersten Mal erkennen, dass wegen der angespannten Haushaltslage der Stadt Duisburg Interesse daran bestehe, dass der SVR den Kruppsee in eigener Verantwortung wieder übernehmen solle. Am 24. Oktober 1983 unterbreitete der Vorstand des SVR der Verwaltung der Stadt ein Konzept als Grundlage für  weitere Verhandlungen zur Übernahme.
Die erste Mannschaft erreichte in der Verbandsliga einen dritten Platz. Die Spieler Wilfried Knüfelmann, Klaus Kapturczak und Rainer Voutta beendeten ihre aktive Laufbahn in der ersten Mannschaft. Die aus der Jugend kommenden Spieler Uwe Leonhards und Robert Liebisch wurden mit Erfolg in die erste Mannschaft integriert. Mit einer stark verjüngten zweiten Mannschaft wurde der Klassenerhalt in der Bezirksliga mit dem sechsten Tabellenplatz sicher erreicht.
Die dritte Mannschaft konnte sich in der Bezirksklasse A nicht halten. Am Ende fehlte nur ein Punkt zum Klassenerhalt. In der B-Gruppe des Bezirks Düsseldorf wurde die A-Jugend mit nur einer Niederlage Tabellenerster. Die B-Jugend wurde Tabellensechster.
Bei den Stadtmeisterschaften im Schwimmen belegten die Schwimmerinnen und Schwimmer des SVR in der Gesamtwertung einen guten zweiten Platz und bei den Jahrgangswertungen fünf 1., sieben 2. und fünf 3. Plätze. Vereinsmeisterin wurde Peggy Mörters und Vereinsmeister Robert Wolf.
Am 06. Februar 1984 teilte die Verwaltung der Stadt Duisburg dem SVR mit, dass sie damit befasst sei, die Vorschläge des Vereins zur Übernahme des Freibades Kruppsee zu überprüfen. Am 05. November 1984 fand ein Gespräch zwischen dem Sportamt und dem Geschäftsführenden Vorstand des SVR statt. Einigkeit wurde darüber erzielt, dass eine verantwortliche Übernahme der Schwimmanlage durch den SVR der Stadt eine wesentliche finanzielle Entlastung bringen müsste, die Anlage weiterhin der Öffentlichkeit und nicht nur den Mitgliedern des Vereins zur Verfügung stehen müsste, und dass andererseits der Verein durch eine angemessene finanzielle Unterstützung der Stadt die Schwimmanlage ohne Risiko betreiben könne.
Im August 1984 qualifiziert sich die erste Wasserballmannschaft mit Trainer Lothar Haferkamp als Tabellenzweiter hinter SV Bayer Uerdingen 08 für die Oberliga. Das Jakob-Otermann-Gedächtnisturnier wurde zum ersten Mal am 11. und 12. August 1984 durch die erste Mannschaft des SVR gewonnen. Beteiligt waren SSC Duisburg, SV Velbert, Poseidon Duisburg und der SVR.
Die zweite Mannschaft belegte nach Abschluss der Meisterschaftsrunde den achten Platz in der Bezirksklasse A. In der Bezirksklasse B wurde die dritte Mannschaft Tabellenzweiter.
Besser als erwartet hielt sich unsere A-Jugendmannschaft in der Bezirksbestengruppe obwohl mit dem Ende des Jahres 1983 starke Spieler aus Altersgründen ausschieden. Die A-Jugend wurde Tabellenvierter. Die jüngste Mannschaft, die B-Jugend, platzierte sich auf dem siebten Platz.
1984 nahmen die Schwimmerinnen und Schwimmer mit 721 Einzelstarts und 61 Staffeln an Wettkämpfen teil. Die Ausbeute waren eine Bezirksjahrgangsmeisterschaft, sowie 4 erste, 8 zweite und 7 dritte Jahrgangsplätze bei den Stadtmeisterschaften. Vereinsbestzeiten schwammen Bernd Fränzgen über 200m Freistil, Ralf Schnerr über 400m Freistil und Roland Wolf über 100m Schmetterling. Vereinsmeisterin wurde Petra Mehrholz und Vereinsmeister wurde Jörg Paeßens.
1985 fanden zwischen der Stadt Duisburg und dem SVR keine offiziellen Verhandlungen wegen einer Übernahme des Kruppseebades durch den Verein statt. Der Rat der Stadt und der Sportausschuss verhandelten und beschlossen 1985/ 1986 ein Bäderkonzept für die Stadt. Die erste Mannschaft musste nach einjähriger Zugehörigkeit zur Oberliga den Weg zurück in die Verbandsliga antreten. Am Ende der Saison belegte sie den letzten Tabellenplatz. In der Bezirksklasse konnte unsere zweite Mannschaft mit dem siebten Tabellenplatz den Klassenerhalt sichern. Der dritten Mannschaft blieb mit vorletztem Tabellenplatz ein Abstieg aus der Bezirksklasse A nicht erspart. Die Mannschaft der
A-Jugend belegte in der Bezirksbestenklasse einen achten Platz. Zweite wurde die erste Mannschaft bei einem am 06. Januar 1985 in Oberhausen ausgetragenen Turnier. Teilnehmer: Oberhausen 97, FWW Dortmund, TuS Leverkusen und der SVR. Am Kruppsee wurde am 31. August und 01. September 1985 ein Jugendturnier ausgetragen. Teilnehmer waren der SV Mönchengladbach, SV Velbert, Poseidon Duisburg und der SVR. Hinter Mönchengladbach und Velbert wurde der SVR nur Dritter. Unsere Schwimmerinnen und Schwimmer beteiligten sich mit 703 Einzelstarts und 22 Staffeln 1985 an Wettkämpfen. Vereinsmeisterin wurde Anke Haferkamp und Vereinsmeister wurde Bernd Fränzgen.

Neues Bäderkonzept

Am 03. März 1986 teilte das Sportamt dem SVR mit, dass die Gesamtsituation der Duisburger Bäder neu überprüft würde. Mitte des Jahres 1986 wurde vom Rat der Stadt ein neues Bäderkonzept verabschiedet. Nach diesem Konzept stand fest, dass das Freibad Kruppsee erhalten bleibe soll, wenn der SVR das Bad übernehme. Am 25. September 1986 wurden zwischen dem Sportamt und dem Geschäftsführenden Vorstand Vertragsverhandlungen geführt. Verwaltung und Vorstand waren sich einig, die Verhandlungen bis Ende 1986 zum Abschluss zu bringen, und dass vorbehaltlich der Zustimmung des Rates der Stadt und der Mitgliederversammlung des SVR eine Übernahme des Bades zum 01. Januar 1987 erfolgen könne. Nach Ende der Saison 1986 stellten technische Fachleute des Bauamtes der Stadt fest, dass unverzüglich Reparaturarbeiten am beheizten Becken nötig seien, die rund 300.000 DM kosten sollten. Geld, für das nach Aussagen von Verwaltung und Rat im laufenden Haushalt keine Mittel mehr bereitstehen.
Diese Nachricht erreichte am 22. Dezember 1986 den 1. Vorsitzenden Lothar Haferkamp durch den Leiter des Bäderamtes Heiner Stephan mit den besten Wünschen für das bevorstehende Weihnachtsfest. Sofort erarbeiteten die SVR-Experten Karl-Otto Liebisch und Klaus Mittmann eine Alternativlösung, nach der durch Ausbesserung der Beckenfolie auch für 1987 Unterspülungen des Beckens gestoppt würden und ein Badebetrieb 1987 möglich wäre. Kosten ca. 30.000 DM. Der SVR sagte der Stadt eine Eigenbeteiligung des Vereins von 10.000 DM zu. Der Vorstand hatte seine Mitglieder, die Vertreter des Rates und des Bezirks zu einer außerordentlichen Versammlung am 22. Januar 1987 eingeladen. Ein Artikel der WAZ berichtete am Samstag, den 24. Januar 1988, wie folgt über den Verlauf dieser Versammlung:

Stadt lässt Kruppseebad doch nicht austrocknen

Wahre Heerscharen strömten am Donnerstag in das zu kleine Clarenbachhaus: Über 200 Wasserratten des Schwimmvereins Rheinhausen waren angetreten, um sich auf ihrer außerordentlichen Mitgliederversammlung endlich Klarheit über die Zukunft des defekten Beckens am Kruppsee Freibad zu verschaffen. Politiker aus Rat und Bezirksvertretung gaben sich in Mannschaftsstärke die Ehre, die Schwimmjugend heizte die Stimmung noch mit kämpferischen Transparenten ein – kurzum: “Zoff“ war nach den Schließungsgerüchten der vergangenen Tagen eigentlich vorprogrammiert.
Doch Bürgermeister Friedel Genender, auch Vorsitzender des Sportausschusses im Rat der Stadt, konnte mit einem einzigen Satz die Kruppsee-Wogen wieder glätten: „Der Oberstadtdirektor hat nach eingehender Prüfung durch die Techniker des Hochbau- und Sportamtes zugesagt, das Kruppseebecken provisorisch soweit herrichten zu lassen, dass die Badesaison 1987 gesichert ist!“
Damit folgte die Stadt dem Vorschlag des Schwimmvereins, kurzfristig am gebrochenen Beckenkopf eine Folie einzulegen, um die drohende Unterspülung abzuwehren. Mit 10.000 DM will sich der Verein an dieser Baumaßnahme selbst beteiligen. Im kommenden Herbst soll dann aber seitens der Stadt die Ausschreibung für eine richtige Reparatur erfolgen: „Wir werden alles daran setzen, dass dieser Posten in Höhe von 300.000 DM im kommenden Haushalt festgeschrieben wird“, versprachen Ratsherr Günter Bilke und Friedel Genender den Schwimmvereinsmitgliedern.

Übernahme der Schwimmanlage

Am 21. Januar, 02. Februar und 03. März 1987 fanden die abschließenden Verhandlungen zwischen Vertretern des Sportamtes und dem Vorstand des SVR statt. Der Pachtvertrag fand die Zustimmung der Mitglieder der Jahreshauptversammlung am 13. März 1987. Sportausschuss und Rat der Stadt genehmigten den Vertrag. Der SVR übernahm zum 01. Mai 1987 die Freibadanlage.
1986 spielte unsere erste Wasserballmannschaft in der Verbandsliga. Nach Ende der Saison gelang der ersten Mannschaft der Aufstieg in die Oberliga-West. Das Ziel der Mannschaft 1987 die Klasse zu erhalten gelang leider nicht. Man belegte nur den vorletzten Tabellenplatz und stieg wieder in die Verbandsliga ab. Die zweite Mannschaft erreichte 1986 in der Bezirksklasse einen fünften Tabellenplatz. Diesen Platz hielt die Mannschaft auch 1987. In der Bezirksklasse B gelang der dritten Mannschaft 1986 der Aufstieg in die Bezirksklasse A. Als Aufsteiger hatte die dritte Mannschaft in der höchsten Klasse 1987 keine Chance und musste wieder in die Bezirksklasse B zurück.
Die Schwimmerinnen und Schwimmer absolvierten 1986 676 Einzel- und 10 Staffelstarts. Vereinsmeisterin wurde Anke Haferkamp und Vereinsmeister wurde Uwe Müller. Bei den Duisburger Stadtmeisterschaften 1987 wurden mit 1 ersten, 3 zweiten und 5 dritten  Jahrgangsplätzen, noch weniger als ein Jahr zuvor erreicht. In diesem Jahr wurde wiederum Anke Haferkamp Vereinsmeisterin und Vereinsmeister wurde Jörg Paeßens.
Trotz eines sehr schlechten Sommers konnte der SVR mit dem ersten Jahr der verantwortlichen Übernahme der Freizeitanlage sehr zufrieden sein. Der SVR hat die Öffnungszeiten des Bades flexibler als die Stadt gestalten können. Die Frühaufsteher hatten die Möglichkeit bereits zwischen 07.00 und 07.30 Uhr ihr Bad zu nehmen.
Eine neu eingeführte Wassergymnastik für die Senioren wurde begeistert aufgenommen. Die Trainingszeiten für Schwimmerinnen, Schwimmer und Wasserballer konnten verbessert werden. Durch den Einsatz von Mitgliedern für die Aufsicht im Bad und für notwendige Instandhaltungsarbeiten konnten die Personalkosten in Grenzen gehalten werden. Die Zusammenarbeit mit den verantwortlichen der Stadt, mit dem Schwimmmeister Siegfried Divossen und dem Personal für den Betrieb der Anlage war gut und von gegenseitiger Toleranz geprägt.

Vereinsschwimmfest 

Im Jahr 1989 fand das zweite Vereinsschwimmfest statt, welches unter den Teilnehmern einen großen Anklang fand.

Schwimmverein Rheinhausen 1913 e.V. | info [æt] sv-rheinhausen.de